Gesundheit ist Lebensqualität
Gesundheit ist Lebensqualität

Gefahrstoffverordnung und Biostoffverordnung

Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und die Biostoffverordnung (BioStoffV) sowie die zugehörigen technischen Regeln für Gefahrstoffe und Biostoffe (TRGS und TRBS) konkretisieren die an den Arbeitgeber gerichtete Verpflichtung zur Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich entsprechender Gesundheitsgefahren der Arbeitnehmer. Weiterhin sind die Anforderungen der europäischen Chemikalienverordnung (REACH) zu beachten. Diese richtet sich nicht nur an die Hersteller, Importeure oder Händler von Gefahrstoffen, sondern auch an den "nachgeschalteten Anwender", d.h. an jeden, der gewerbsmäßigen Umgang mit Gefahrstoffen hat.

Um den vielfältigen Gesundheitsgefahren vorzubeugen, sind vom Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Gefährdungen fachkundig zu ermitteln und Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten festzulegen. Häufige Neuerungen und Anpassungen im Gefahrstoffrecht fordern von jedem Verantwortlichen ein hohes Maß an Qualifizierung ab. Wenn der Arbeitgeber nicht selbst über die notwendigen Kenntnisse verfügt, ist eine Beratung durch Fachkundige notwendig.

Einen ersten Hinweis auf das Vorliegen von Gefahrstoffen liefert die Gebindekennzeichnung mit weltweit einheitlichen Symbolen nach GHS/CLP (Global Harmonisiertes System der Einstufung und Kennzeichnung). Auf älteren Gebinden können noch die früher verwendeten orangefarbenen Symbole vorhanden sein.

Gefahrstoffe können aber auch erst bei bestimmten Verarbeitungsschritten entstehen und freigesetzt werden, wie z.B. Schweißrauche oder Holzstäube. Das Fehlen einer Kennzeichnung bedeutet nicht, dass keine Gefährdungen vorliegen. In einem Verzeichnis sind alle Gefahrstoffe mindestens mit Bezeichnung, Einstufung, Arbeitsbereich und Verbrauchsmenge aufzulisten. Es ist auch zu prüfen, ob ein Ersatz von Produkten durch weniger gefährliche Produkte sinnvoll durchführbar ist.

Die wichtigsten Informationsquellen sind das Sicherheitsdatenblatt und Herstellerauskünfte. Das Sicherheitsdatenblatt enthält Angaben über Einstufung und Kennzeichnung, Gefahren für Mensch und Umwelt sowie zu Schutzmaßnahmen. Als weitere Informationsquelle können Datenbanksysteme wie z.B. GisChem oder GisBau herangezogen werden.

Auf der Grundlage der Produkt- und Stoffeigenschaften sowie der Art und Weise des Umgangs mit den Produkten und Materialien sind Festlegungen zu Schutzmaßnahmen und Regelungen für den Umgang zu treffen. Hierzu gehören technische Maßnahmen wie z.B. die Absaugung oder Kapselung von Maschinen und Anlagen sowie organisatorische und persönliche Maßnahmen wie z.B. Betriebsanweisungen und Unterweisung, Bereitstellung und Verwendung von geeigneten persönlichen Schutzausrüstungen, hygienische Maßnahmen und die arbeitsmedizinische Vorsorge.